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„Da muss es doch noch mehr geben“
Coaching im Rahmen der beruflichen Neuorientierung

Während einer beruflichen Orientierungsphase tauchen Fragen auf. Etwa die, nach dem „roten Faden“, der sich im beruflichen Werdegang nicht erkennen lässt und der jetzt als Wegweiser fehlt. Vielleicht, weil das Zufallsprinzip oder die Vorstellungen Anderer mehr entschieden haben als die Orientierung an eigenen Werten und innigen Wünschen. Bei anderen klopft im ewigen Alltag immer mal wieder die Sehnsucht nach der echten beruflichen Herausforderung an. Der Aufgabe, die aus dem Beruf eine Berufung macht: „Da muss es doch noch mehr geben!“ oder auch „In mir steckt noch mehr“! Und wieder andere machen sich gleich zielstrebig auf den Weg und durchkämmen - ihre Stärken und Schwächen fest im Blick - den Stellenteil der Zeitung oder das Jobportal im Internet. Sie suchen nach dem Angebot, das endlich passt. Und wundern sich vielleicht, wenn nichts so recht zu passen scheint.

Vom Sinn und Unsinn beruflicher Neuorientierung

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle gerne etwas über Sinn und Unsinn erzählen, wenn es um das Thema berufliche Neuorientierung geht. Denn in meiner Arbeit als Coach ist es gerade bei diesem Thema wichtig, dem Klienten keinen Bärendienst zu erweisen. Zunächst einmal hat berufliche Orientierung viel mehr, sehr viel mehr mit innerer Orientierung zu tun, als wir alle oft wahrhaben wollen. Der Gedanke mit der inneren Orientierung ist auf den ersten Blick ja ganz logisch, aber seltsamerweise für die Meisten in der Praxis schwer durchzuhalten. Denn landläufig wird eine Phase der beruflichen Neuorientierung eher begriffen als Krise oder Engpass, weniger als Chance. Eine Art Lücke also, die möglichst bald geschlossen werden sollte mit einer Idee, einer Vorstellung, einem Plan, einer Lösung. Finanzieller Druck, allgemeines Leistungsdenken und so manch unreflektierter Wert sorgen dafür, dass wir dann aber nach der Umorientierung häufig „aus dem Regen in der Traufe landen“ oder schon bei der Suche „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“.

Wer sein Ziel nicht kennt, für den ist kein Wind günstig …

Verlieren wir jedoch den Gedanken mit der inneren Orientierung aus dem Blick, dann verpassen wir einen wertvollen Effekt, der in jeder beruflichen Veränderung steckt. Vordergründig geht es um die Chance, persönliche Begabungen und Fähigkeiten verstärkt für eine erfülltere Berufs- und Lebensperspektive einzusetzen. Und ganz konkret darum, zu verstehen, was genau uns eigentlich so unzufrieden macht. Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass sich berufliche Wege nicht einfach so entwickeln. Sie werden von uns (mehr oder weniger) bewusst gestaltet und orientieren sich an übergeordneten Zielen und Werten. Denn - wie könnte es anders sein - jede Wahl, die ein Mensch trifft, ist das Ergebnis der Summe von Erfahrungen, die er in seinem bisherigen Leben gemacht hat. Die Crux daran ist nur, dass wir ganz unabhängig davon wählen, ob uns klar ist, welche Erfahrungen denn nun welche Ziele und Werte geprägt haben bzw. anhand welcher Ziele und Werte wir überhaupt wählen und ob diese noch stimmig für uns sind. Und das Ganze kann sogar ganz unabhängig davon geschehen, ob wir bemerken, DASS wir gerade wählen (obwohl wir augenscheinlich nur das erstbeste Angebot annehmen).

Wir erfinden uns nicht jeden Tag neu … eher finden wir uns jeden Tag aufs Neue

Im Coaching geht es also erst einmal darum „Zurückschauen, um Vorwärtszukommen“: Das bedeutet, mit einem guten Gefühl anhalten zu können und sich mit einem Profi an der Seite umzuschauen nach dem bisherigen Weg und dem sogenannten großen Ganzen, das darin verborgen ist. Dieses „grosse Ganze“ kann beispielsweise versteckt sein in Zufällen, in einem Lebensmotto, in Glaubenssätzen und Vorbildern aus dem Elternhaus, in Erfolgen und Misserfolgen. Im Coaching setzen wir diese einzelnen Puzzlestücke zu einem Bild zusammen und ergründen so Ihre persönliche, innere Logik. „Unterwegs“ spüren wir unerkannte Begabungen und Fähigkeiten auf und nehmen übergeordnete Ziele und Werte genau unter die Lupe. Was passt? Was passt nicht mehr? Was ist stattdessen wichtig? Wo ist „mein Eigenes“ und was braucht es, um dorthin zu gelangen?

Ein-Blick ergibt Aus-Blick

Durch diesen Ein-Blick kann sich auch Ihr innerer Kompass feinjustieren oder neuausrichten. Diese Orientierung am Innen, am Eigenen macht Sinn. Denn was durch diesen persönlichen Ein-Blick in den Vordergrund treten kann, ist der nächste Schritt, der Sie wirklich weiterbringt. Sei es ein Wechsel, sei es der aktuelle Job oder sei es etwas ganz anderes.



 

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